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Essstörungen


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Wohlfühlgewicht

Ob wir uns in unserem Körper wohlfühlen, hängt unter anderem davon ab, ob wir mit unserem Körpergewicht zufrieden sind. Das Gewicht, bei dem du dich wohl fühlst ist dein Wohlfühlgewicht.
Unterschiedlich: Wir Menschen sind alle unterschiedlich. Doch gerade diese Unterschiede machen dich als Menschen einzigartig. Es müssen nicht alle superschlank und muskulös sein. Seinen Körper zu akzeptieren wie er ist, braucht manchmal ein wenig Mut. Lerne deinen Körper zu akzeptieren wie er ist. Dazu brauchst du ein ganz gutes Selbstwert- bzw. Selbstachtungsgefühl (siehe dazu Konflikte und Krisen/ Selbstwert und Beziehungen/ Beziehung zu mir selbst). Überlege dir, was dir an dir selbst gefällt und was dich für andere attraktiv macht.
Veränderung: Wenn dein momentanes Gewicht deutlich über oder deutlich unter deinem Wohlfühlgewicht liegt, dann vertraue dich jemand Erwachsenem an. Mit Hilfe von aussen ist Veränderung möglich. Wichtig ist, dass du nicht mit dem Gewicht herumexperimentierst. Dies kann sehr schnell gesundheitsschädigend sein. Fachliche Hilfe bekommst du auf einer Jugendberatungsstelle (Adressen im tschau) oder bei deiner Hausärztin (siehe weitere Texte unter Essstörungen).

Essstörungen

Anteil Männer und Frauen: Immer mehr Menschen leiden heute an einer Essstörung. Bei den 15 bis 35 Jährigen Mädchen bzw. jungen Frauen in Europa wird der Anteil der Essgestörten auf ein bis fünf Prozent geschätzt. Im Gegensatz dazu ist die Zahl der Jungs und jungen Männer mit einer Essstörung viel kleiner. Doch auch bei ihnen nimmt tendenziell die Anzahl zu.
Drei Formen: Bei den Essstörungen werden grundsätzlich drei Formen unterschieden: die Magersucht (Anorexie), die Ess-Brechsucht (Bulimie) und die Ess- oder Fettsucht (Adipositas) (siehe dazu in den Texten von tschau). Nicht immer treten diese Störungen in dieser klaren Form auf. Es kann sein, dass jemand an einer gemischten Form einer Störung leidet, z.B. sowohl an Anorexie wie an Bulimie.
Gesundes Essverhalten: Bei einem unauffälligen gesunden Essverhalten merken wir durch das Sättigungsgefühl bzw. durch das Hungergefühl, ob wir Nahrung brauchen oder ob der Bedarf bereits abgedeckt ist. Ausgewogenes Essen trägt zu einem grossen Teil zu unserer Gesundheit, unserem Antrieb, der Lebensfreude und der Lebensenergie bei. So bleiben wir leistungsfähig. Je gestörter das Essverhalten einer Person ist, umso mehr bringt es Sorgen und Probleme.
Anzeichen einer Essstörung: Personen, die unter einer Essstörung leiden, sind sich oft lange selbst nicht bewusst, dass sie krank sind. Sie denken, dass sie das Problem selbst lösen können. Anzeichen einer Essstörung können starke Veränderungen oder häufige Schwankungen des Gewichts sein, wenn sich jemand auffällig viel mit der Figur und dem Essen beschäftigt, Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, wenn jemand unbedingt schöner, dünner, muskulöser sein will und alles über Essen und Kalorien weiss. Nicht jeder Mensch, der sein Essverhalten ändert, leidet an einer Essstörung. Um eine Diagnose auf Essstörung zu stellen, braucht es eine ärztliche Beurteilung.
Selbst betroffen: Wenn du selbst von einer Essstörung betroffen bist, dann fasse Mut, dir Hilfe von aussen zu holen (Hausärztin, Jugendberatungsstelle).
Bekannte betroffen: Wenn du den Verdacht hast eine Freundin oder ein Freund von dir könnte betroffen sein, dann versuche sie oder ihn darauf anzusprechen. Besprich dies mit einer erwachsenen Person, der du vertraust, damit du auch für dich Unterstützung bekommst. Denn jemanden darauf anzusprechen, ist nicht ganz einfach. Aber für Betroffene kann es ein erster Anstoss sein, sich Hilfe von aussen zu holen. Versuche der Person keine Vorwürfe zu machen, sondern ihr zu sagen, was dir auffällt und dass du dir Sorgen um sie machst, dass es möglich ist, auf einer Fachstelle (Jugendberatung, Hausarzt, Psychologen) Hilfe zu bekommen.
Adressen für Unterstützung: Unter www.netzwerk-essstoerungen oder www.aes.ch findest du Adressen von Fachstellen in deiner Nähe und erfährst mehr zum Thema.

Wie gefährlich sind Essstörungen?

Ernste Gefahr: Essstörungen können eine ernste Gefahr für die Gesundheit und das Leben sein. Nebst Stoffwechselstörungen können Nierenversagen, Zuckerkrankheit, Herz-Kreislauferkrankungen, Krankheiten der Speiseröhre und des Verdauungstraktes, um einige wenige zu nennen, auftreten. Bei fortgeschrittener Krankheit können mehrere Organe betroffen sein und als Folge kann eine Essstörung auch zum Tod führen.
Psychischer Druck: Der psychische Druck kann für Betroffene riesig sein. Die Zerrissenheit zwischen Bescheid wissen, dass dies so nicht weiter gehen kann und doch nicht anders zu können, das Problem andauern verstecken zu müssen, kann Verzweiflung und Auswegslosigkeit hervorrufen.
Wenn du selbst davon betroffen bist, , kannst du dir auf einer Jugendberatung (siehe tschau Adressverzeichnis) oder bei der Häusärztin Hilfe holen. (Siehe auch Text Essstörugen)

Magersucht

Anteil Frauen und Männer: Unter Magersucht oder in der Fachsprache auch Anorexie genannt, leiden vermehrt Mädchen und junge Frauen. Der Anteil bei den Männern ist viel kleiner. Geschätzt wird, dass der Anteil bei den Frauen im Alter zwischen 15 und 35 Jahren in Europa und Nordamerika bei 1% liegt, bei den Männern bei 0,1%. Die Magersucht bei Männern nimmt erfahrungsgemäss leicht zu.
Die Sucht des Abmagerns: Manche Jugendliche sind von der Idee besessen: je dünner desto besser. Sie beginnen zu hungern und fühlen sich dabei ziemlich gut. Der Körper reagiert nämlich auf das Hungern, indem er körpereigene Opiate - sogenannte Endorphine - produziert. Diese wirken ähnlich wie Suchtmittel und haben die Aufgabe, den Körper in Form zu bringen, damit er sich wieder Nahrung beschaffen kann. Je intensiver solche Jugendliche hungern, desto besser fühlen sie sich. Sie versuchen wie bei jeder echten Sucht das Gefühl zu steigern und hungern immer mehr. Oft treiben sie dazu Sport und vergrössern dadurch den Zustand der Unterversorgung.
Wahrnehmungsverlust: Mit der Zeit verlieren sie die Fähigkeit, ihren Körper richtig wahrzunehmen. Sie finden sich zu dick, obschon sie oft bereits sehr mager sind.
Unterstützung: Magersucht ist eine sehr ernste Krankheit. Sie kann sogar zum Tod führen. Wenn du denkst, du könntest davon betroffen sein, solltest du unbedingt möglichst schnell fachliche Hilfe in Anspruch nehmen, z.B. bei deiner Hausärztin oder auf einer Jugendberatungsstelle (siehe: Adressen im tschau). Hilfe zu bekommen ist möglich. Unter www.netzwerk-essstoerungen oder www.aes.ch findest du Adressen von Fachstellen in deiner Nähe und erfährst mehr zum Thema.

Ess- oder Fettsucht

Ersatzbefriedigung: Ess- oder Fettsüchtig sind Menschen, die ständig mehr Nahrung zu sich nehmen, als der Körper braucht. Sie werden immer dicker. Das Essen scheint immer wieder Ersatzbefriedigung zu sein. Wenn du das Gefühl hast, du isst nur noch gegen deine «innere Leere», niemand versteht dich, du wenig Freunde hast, du dich nur noch mit Problemen herumschlagen musst, dann solltest du dir überlegen, was du dagegen tun könntest.
Unterstützung: Sprich mit jemandem, den du magst, oder suche fachliche Hilfe auf einer Jugendberatung oder bei der Hausärztin. (siehe tschau Adressverzeichnis). Es ist möglich, Hilfe zu bekommen. Unter www.minuweb.ch findest du Adressen zu Fachstellen in deiner Nähe und erfährst mehr zum Thema (siehe auch Text Essstörungen).

Ess-/Brechsucht

Heimliche Erkrankung: Die Ess-Brechsucht, auch Bulimie genannt ist eine "heimliche" Erkrankung. Die Betroffenen leiden oft jahrelang, bevor jemand von ihren Problemen erfährt und sie Hilfe holen. Die Betroffenen veranstalten wahre Fressorgien. Dabei nehmen sie allerlei leicht verschlingbare Esswaren zu sich. Nachher lösen sie selbst Erbrechen aus und geben die ganze Nahrung wieder von sich. Oft nehmen sie zusätzlich Abführmittel.
Ernsthafte Erkrankung: Auch die Ess-/Brechsucht - sie kommt übrigens oft zusammen mit einer Magersucht vor - ist eine ernste Krankheit. Sie führt unter anderem zu einem Zahnverfall, weil die Magensäure die Zähne angreift. Zudem kann sie Nieren- und Muskelschäden, Verstopfung, Orangenhaut, Schlafstörungen u.a. auslösen.
Unterstützung: Wenn du dich immer wieder selbst zum Erbrechen zwingst, solltest du unbedingt fachliche Hilfe suchen. Auf einer Jugendberatung (Adressen im tschau) oder bei der Hausärztin kann dir in einem ersten Schritt weiter geholfen werden.
Unter www.netzwerk-essstörungen.ch oder www.aes.ch findest du Adressen von Fachstellen in deiner Nähe welche dich als BetroffeneN oder als AngehörigeN beraten und du erfährst mehr zum Thema (siehe auch Text Essstörungen).


 

FAQ'S
Titel Themenbereiche Detail
Bin ich magersüchtig? Essstörungen
Meine Kollegin ist magersüchtig! Essstörungen
Ich habe Bulimie und kann nicht mehr Essstörungen
Ich möchte abnehmen Essstörungen
Ernährung, worauf achten? Essstörungen
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