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HIV/ Aids und sexuell übertragbare Infektionen  
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HIV/ Aids und sexuell übertragbare Infektionen


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HIV/ Aids und sexuell übertragbare Infektionen

HIV/Aids­

AIDS bedeutet Acquired Immune Deficiency Syndrome, auf deutsch: erworbenes Immundefekt-Syndrom. Es handelt sich um eine Krankheit, die das Abwehrsystem (Immunsystem) schwächt. Verursacht wird diese Schwächung durch ein Virus, das sogenannte HIV. Das bedeutet Human Immunodeficiency Virus, auf deutsch: menschliches Immundefekt-Virus. Dieses Virus greift das menschliche Immunsystem an und zerstört es mit der Zeit, so dass der Mensch anfällig wird für alle möglichen Infektionskrankheiten, z.B. für Lungenentzündungen, Abszesse, Pilze usw. AIDS ist eine tödliche Krankheit.

Das HI-Virus kann beim Sex übertragen werden. HIV-positiv bedeutet, dass ein Mensch den Virus in sich trägt. Aidskrank wird man später, wenn das Immunsystem geschwächt ist und lebensgefährliche Krankeiten auftreten. Das HIV kann jahrelang im Körper sein, ohne dass irgendwelche Anzeichen auftreten. Noch gibt es keine Heilung. Es gibt zwar inzwischen Medikamente, die das Leben HIV-infizierter Menschen verlängern und Beschwerden erleichtern können, aber sie haben sehr viele Nebenwirkungen.

Du siehst einem Menschen nicht an, ob er HIV-infiziert ist oder nicht. Jemand kann kerngesund aussehen, sich auch so fühlen - und trotzdem das Virus in sich haben.
Jeder und jede - ob hetero, schwul, lesbisch oder bisexuell - kann mit dem HIV angesteckt werden. Im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Meinung sind weltweit mehr heterosexuelle als homosexuelle Menschen von HIV/AIDS betroffen.


HIV-Übertragung


Das HIV wird nicht - wie andere Infektionskrankheiten - durch flüchtigen Kontakt übertragen. Ein Schnupfen zum Beispiel kann durch Niesen, d.h. durch die kleinen Tröpfchen in der Luft, durch Händeschütteln, durch das Trinken aus einem gemeinsamen Glas usw. übertragen werden. Beim HIV ist das anders. Das Virus kann einzig und allein in Körperflüssigkeiten überleben. Deshalb kann man sich nur mit HIV infizieren, wenn man in direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten kommt. Vier Körperflüssigkeiten kommen für die Übertragung von HIV in Frage, nämlich: Blut, Samenflüssigkeit, Vaginalflüssigkeit und Muttermilch. Andere Körperflüssigkeiten wie Schweiss, Urin, Speichel und Tränen enthalten zu wenig Viren, als dass den Virus übertragen könnten.


Am häufigsten wird HIV durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, durch das gemeinsame Benutzen von Spritzen und durch die Schwangerschaft, die Geburt oder die Stillzeit übertragen.


HIV-Risiko


Sobald eine der vier genannten Körperflüssigkeiten eines HIV-infizierten Menschen in dich eindringen kann, besteht die Gefahr einer Ansteckung. Am leichtesten können die Körperflüssigkeiten natürlich durch eine Wunde in dein Blut gelangen. An den Geschlechtsorganen, am After und vor allem im Darm ist die Haut aber sehr weich und dünn, so dass auch winzige unsichtbare Risslein, sogenannte Mikro-Verletzungen, eine Ansteckung ermöglichen. Die Viren können aber nicht einfach so durch die normale Haut eindringen.


Übersicht über das AIDS-Risiko verschiedener Ereignisse und Handlungen:


(A) Null Risiko: Insektenstiche, Händeschütteln, gemeinsam aus dem gleichen Geschirr Essen und Trinken, gleiche Zahnbürste benützen, Tanzen, einander Umarmen, Streicheln, Küssen, gegenseitiges Berühren und Stimulieren der Geschlechtsorgane.


 (B) Mittleres Risiko: Oraler Sex; mso-spacerun: yes; auch: Geschlechtsverkehr; du: Heftiges Reissen oder lange Fingernägel können das Kondom beschädigen. Tipp: Ein paar Tropfen Gleitcreme in die Spitze des Gummis geben. Das kann den Genuss erhöhen.


(C) Hohes Risiko: Geschlechtsverkehr ohne Kondom; das Virus kann problemlos durch winzige, auch unsichtbare Verletzungen oder Wundstellen an der Scheide oder dem Penis eindringen.


(D) Sehr hohes Risiko: Analverkehr ohne Kondom; After und Darm lassen das Virus am leichtesten eindringen. Das absolut grösste Risiko trägt, wer sich von hinten nehmen lässt.


Safer Sex – Schutz vor HIV/Aids


Du kannst dich vor einer Infektion mit dem HI-Virus und damit vor Aids schützen, indem du dich an die Safer Sex-Regeln (geschützter Sex) hälst.. Mache unbedingt Safer Sex, und zwar vom mittleren Risiko an [siehe: Tabelle]. Dein Leben ist zu wertvoll, als dass du es einfach so leichtfertig aufs Spiel setzen solltest. Ein absolutes Muss ist Safer Sex, wenn du mit vielen verschiedenen Menschen oder mit Menschen, die du nur flüchtig kennst - z.B. auf Reisen - Sex hast. Die Safer Sex-Regeln lauten:

  • Geschlechtsverkehr (Penis in die Vagina) immer mit eine Präservativ oder Femidom.
  • Analverkehr (Penis in den After) immer mit Präservativ und Gleitmittel.
  • Oralverkehr (   ) kein Sperma in den Mund oder schlucken
  • Kein Menstruationsblut in den Mund oder schlucken.


Für Jungs: Gebrauch des Kondoms


Sobald dein Penis steif ist und du Geschlechtsverkehr, analen oder oralen Sex haben willst, solltest du automatisch zur Kondompackung greifen. Auch als Mädchen kannst du natürlich im rechten Moment eine Packung zücken. Achte darauf, dass das Kondom das Gütesiegel o.k. trägt, die richtige Grösse hat und nicht zu alt ist. Alter und Hitze schaden nämlich dem Gummi; du solltest deine Kondome deshalb nicht im Auto oder im Portemonnaie aufbewahren.


Die Packung aufreissen. Aber Vorsicht: Heftiges Reissen oder lange Fingernägel können das Kondom beschädigen. Tipp: Ein paar Tropfen Gleitcreme in die Spitze des Gummis geben. Das kann den Genuss erhöhen.


Das Kondom mit zwei Fingern an der Spitze festhalten. Dadurch entsteht ein Reservoir, worin der Samen Platz hat. (Die meisten Kondome haben ohnehin ein Reservoir). Setze das Kondom auf die möglichst trockene Eichel. Die Gummiwulst muss dabei nach aussen zeigen.


Rolle das Kondom bei zurückgezogener Vorhaut über die ganze Penislänge ab. Wenn ihr dies gemeinsam tut, kann es sogar Spass machen und lustvoll sein.


Verwende reichlich Gleitmittel, damit keine Verletzungen entstehen und der Gummi nicht reisst. Wichtig: Nimm nur fettfreie Gleitmittel, du findest sie meist neben den Kondomen im Gestell. Fetthaltige greifen den Gummi an und machen ihn porös. Feinde von Latex sind: Vaseline, Nivea, Massageöl, Sonnenöl, Babyöl, Pflanzenöl, Butter, Schlagsahne, Alkohol u. a.



AIDS-Test


Wenn du riskanten Sex gehabt hast, solltest du einen AIDS-Test machen. Das ist vom Medizinischen her eine Kleinigkeit: Du lässt dir Blut nehmen. Dieses wird eingeschickt und auf HIV-Antikörper getestet. Der Test kann jedoch frühestens 3 Monate nach der Risikosituation gemacht, weil vorher noch keine Antikörper im Blut sind. In der Zwischenzeit musst du unbedingt Safer Sex praktizieren.


Vom Psychischen her ist der Test oft ein Problem. Du hast vielleicht Angst vor dem Ergebnis und sagst dir: "Ich will es gar nicht wissen." Aber die Ungewissheit ist auch nicht leicht zu ertragen. Was ist, wenn du infiziert bist und noch jemanden ansteckst? Vielleicht befürchtest du auch, dass du benachteiligt wirst, wenn auskommt, dass du infiziert bist. Du kannst einen AIDS-Test auch bei einer anonymen Teststelle machen lassen, die es in grösseren Spitälern gibt. Die regionalen Aids-Hilfestellen können dir darüber Auskunft geben. Im Adressteil vom Tschau findest du die Telefonnummern.


Sexuell übertragbare Infektionen


Die Geschlechtsorgane können von verschiedenen Krankheiten befallen werden. Die Erreger sind Viren, Bakterien oder Kleinstlebewesen, die sich an warmen und feuchten Orten wohl fühlen, d.h. also im Mund, im Darm und an den Geschlechtsorganen. Sie werden meist beim Geschlechtsverkehr übertragen, manchmal genügt aber auch Küssen oder Petting. Selten können die Erreger auch auf andere Art übertragen werden, z.B. auf Toiletten, in Schwimmbädern, Saunen usw.


Woran merkst du, dass du eine sexuell übertragbare Infektionen hast?


Mach dir nicht zu schnell Sorgen. Es kann dich mal jucken oder du kannst irgendwo gerötet sein, ohne dass du eine Geschlechtskrankheit hast. Sobald du an deinem Körper folgende Anzeichen über längere Zeit (einige Tage) feststellst, solltest du zur Ärztin gehen:


(A) Brennen beim Wasserlassen
(B) Rötung der Eichel oder der Schamlippen
(C) Starker Juckreiz
(D) Knötchen, Warzen oder sonstige Oberflächenveränderungen an den Geschlechtsorganen
(E) Ausfluss, d.h. eine Flüssigkeit, meist gelblich oder grünlich und übelriechend, tritt aus dem Penis oder der Scheide aus



Was bietet dir Schutz vor einer sexuell übertragbaren Infektion?


Schütze dich beim Geschlechtsverkehr. Kondome schützen vor der Übertragung von sexuell übertragbaren Infektionen. Auch chemische Verhütungsmittel wie z.B. Zäpfchen killen Viren und Bakterien.


Meide das Risiko. Riskant ist häufiger Geschlechtsverkehr mit vielen verschiedenen Menschen. Ein besonderes Risiko gehst du ein, wenn du deine Sexualpartner kaum kennst oder auf Reisen in anderen Ländern findest. Deshalb: Nie Geschlechtsverkehr ohne Kondom oder Femidom, besonders nicht mit Menschen, die du nicht sehr gut kennst.


Achte auf Sauberkeit. Wasche dich täglich, und zwar auch die Geschlechtsorgane. Wechsle die Wäsche, vor allem die Unterwäsche, häufig.


Als Junge solltest du dir beim täglichen Waschen die Vorhaut zurückschieben und die Eichel mit lauwarmem Wasser und ev. einer milden Seife waschen. Unter der Vorhaut bildet sich nämlich eine weissliche Substanz, die man Smegma nennt. Das Smegma riecht übel und kann Infektionen hervorrufen.


Als Mädchen solltest du deine Vulva täglich waschen. Verwende dazu eine milde Seife. Wichtig ist, dass keine Seife ins Scheideninnere gelangt. Mache besser keine Scheidenspülungen. Beides kann die empfindliche Scheidenschleimhaut reizen und sie empfänglicher für Infektionen machen.

Wenn du eine sexuell übertragbare Krankheit hast, müssen sich beide Partner behandeln lassen, auch wenn die Anzeichen der Krankheit beim einen nicht so stark sind wie beim anderen. Wenn ihr euch nicht beide behandeln lässt, steckt ihr euch immer wieder gegenseitig an und werdet das Übel nicht los.


Hier eine Übersicht über die häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen:


Trichomoniasis: Trichomonaden sind Kleinstlebewesen; Übertragung durch Geschlechtsverkehr und via feuchte, unsaubere Wäsche, Handtücher, Waschlappen, gemeinsam benütztes Badewasser, Toiletten usw.; Anzeichen Jungs: Brennen beim Wasserlassen; oft spürst du überhaupt nichts; du musst dich aber wie deine Freundin ebenfalls behandeln lassen, sonst steckst du sie wieder an. Anzeichen Mädchen: Juckreiz, weisslich-gelblicher, übelriechender, schaumartiger Ausfluss; Rötung und Schwellung im Bereich der Schamlippen und des Scheideneingangs. Kommt immer häufiger vor. Behandlung beim Jungen mit Tabletten, beim Mädchen mit Vaginal-Tabletten oder Zäpfchen.

Pilzinfektionen: Candida albicans, Pilz-Bakterien, die im Darm vorkommen und sich bei allgemeiner Abwehrschwäche vermehren. Übertragung durch Geschlechtsverkehr und via Saunen, Bäder, Toiletten usw. Anzeichen Jungs: ev. leicht gerötete Haut auf der Eichel, Brennen beim Wasserlassen. Behandlung ist wichtig! Anzeichen Mädchen: Unangenehm riechender, bröckliger Ausfluss, starker Juckreiz, trockene und sehr gerötete Scheide. Kommt sehr häufig vor. Behandlung beim Jungen mit pilztötender Creme, beim Mädchen mit einer einmaligen Dosis eines Anti-Mykotikums oder Salben und Vaginalzäpfchen.


Chlamydien: Chlamydien sind Kleinstlebewesen. Wenn sie nicht bekämpft werden, können sie Nebenhoden- und Eileiterentzündungen auslösen und bei Mädchen sogar zur Unfruchtbarkeit und bei Schwangeren zu einer Frühgeburt oder zu einer Schädigung des Kindes führen. Übertragung durch Geschlechtsverkehr und via Saunen, Bäder, Toiletten usw.; Anzeichen Jungs: gleich wie bei Mädchen; Anzeichen Mädchen: Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen, heller Ausfluss. Vorkommen nimmt zu; Behandlung mit Antibiotika.


Spitze Kondylome: die Erreger sind Viren; sie verursachen sogenannte Feuchtwarzen; Übertragung vor allem durch Geschlechtsverkehr; Anzeichen Jungs: Knötchen auf der Eichel; Anzeichen Mädchen: Knötchen im Bereich der Schamlippen, des Scheideneingangs oder der Scheide. Vorkommen relativ häufig; Behandlung durch Betupfen der Warzen mit einem Medikament.


Herpes, Typ 1: Viren, die Bläschen im Mundbereich verursachen; Übertragung durch Berührung. Wichtig: Offene Herpes-Bläschen sind sehr ansteckend. Küssen und Oralverkehr sind strengstens verboten, auch beim gemeinsamen Benützen von Besteck und Gläsern: Vorsicht!  Anzeichen Jungs: Bläschen an den Lippen, dem Zungenrand oder um den Mund herum; Anzeichen Mädchen: wie bei Jungs; kommt relativ häufig vor. Wer das Herpes-Virus einmal in sich trägt, muss immer damit rechnen, dass es wieder ausbricht. Behandlung mit einer stark wirksamen Salbe (Zovirax).

Herpes, Typ 2:  Viren, die Bläschen im Genitalbereich verursachen; Übertragung durch Geschlechtsverkehr; Anzeichen Jungs: Bläschen an der Eichel, dem Penis oder dem After. Sie können sich bis zu kleinen Geschwüren entwickeln. Anzeichen Mädchen: Bläschen auf den Schamlippen, am Scheideneingang oder an dem After. Die Bläschen können sich auch im Innern der Scheide befinden, wo sie kaum spürbar, aber doch ansteckend sind.  siehe auch: Herpes, Typ 1


Filzläuse: Winzige, flache Tiere. Du kannst sie sehen. Sie befestigen ihre Eier an den menschlichen Schamhaaren. Ihre Stiche jucken sehr. Übertragung durch Petting, Geschlechtsverkehr und via Wäsche, Bettwäsche, Handtücher usw. Anzeichen Jungs: wie bei Mädchen; Anzeichen Mädchen: Juckreiz und Rötung im Bereich der Schamhaare; Vorkommen eher selten. Die Scham wird zur Behandlung mit einem Puder bestäubt oder der ganze Körper wird mit einer Emulsion (z.B. Jacotin) behandelt.


Gonorrhöe (auch: Tripper): Bakterien, sogenannte Gonokokken; Übertragung durch Petting, Geschlechtsverkehr; Anzeichen Jungs: eitriger Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen; Anzeichen Mädchen: grünlich-gelblicher Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen. Oft keine Anzeichen. Wichtig: Trotzdem behandeln! Vorkommen nimmt wieder zu. Wird mit Antibiotika behandelt.


Syphilis: So genannte Stäbchenbakterien (Treponema pallidum); Übertragung durch Geschlechtsverkehr; Syphilis verläuft in drei Stadien: 1. Stadium: Bei Jungs schmerzlose Geschwüre im Genitalbereich. In den weiteren Stadien kann Syphilis zu Lähmungen, Gehirnschädigungen und zum Tod führen. Anzeichen Mädchen: wie bei Jungs; Vorkommen nimmt wieder zu; Behandlung mit Penicillin, im Frühstadium problemlos.

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