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Pseudonym: |
M / 1996 |
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Datum Frage: |
23/06/2010 |
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Thema: |
Wohlsein |
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Themenbereich: |
Konflikte + Krisen |
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Titel: |
Werde gemobbt |
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Frage: |
Hallo. Ich wollte Ihnen mal schreiben wie ich gemobbt werde.
Ich bin 13 Jahre alt, männlich und gehe in der Sekundarschule.
Es gibt in unserer Klasse 3 Jungs die mich ständig mobben ohne Grund.
Vor den Mädchen und vor den Jungs einfach vor allen.
Ihnen ist nicht bewusst wie es mir dabei geht...
Über die ,, Täter '' :
Person 1 macht mir Angst weil er mich immer schlagen will.
Person 2 ist nicht gerade schlimm, aber gehört auch dazu und will mich
manchmal auch schlagen.
Person 3 mobbt mich ständig... beleidigt mutter etc.
(Es gibt auch noch Freunde von denen die mich ebenfalls mobben...)
Situationen, Vorfälle :
Situation A
Im Turnen
Person 1, Person 2, Person 3 und andere aus der Klasse sind
alle über mich aufeinander geliegen. Ich bekam keine Luft.
Schlussendlich gingen sie wieder weg. (Die Lehrerin hat alles mit angesehen aber nichts gesagt)
Ich schlagte Person 1 so fest ich konnte weil ich so wütend war kurz dafor einfach nach Hause zu rennen.
Die Lehrerin hatte mich wie verruckt angeschrien und ich musste Runden rennen. Ich wollte es Ihr erklären,
aber sie ignorierte mich einfach und sagte :,, Mir ist es egal, du hast zu fest geschlagen gehts dir noch gut?''
Und wieder einmal blieb mir die Schuld obwohl die anderen angefangen haben =(
Situation B
Im Klassenzimmer
Diese Personen ( Täter ) stören einfach den Unterricht.
Die Lehrerin war am reden ( Im Geschichtsunterricht ) auf einmal sagt einer von hinten der
Personen : ,, Alles ( Mein Name ) Schuld ! ''
Alle |
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Antwort: |
Lieber Benutzername
Vielen Dank für deine Offenheit. Es ist sehr gut, dass du dich in dieser Situation an das Tschau.ch wendest. Du hast uns ja den Rest deiner Frage via info@tschau.ch gesendet. Wir anworten dir nun hier. Für ein nächstes Mal: Wenn das Feld nicht reicht / es zu wenig Zeichen hat, so darfst du ruhig auch ein zweites, drittes oder viertes Fenster benutzen. Das machen auch andere Jugendliche so.
Nun aber zu deinem Thema: Das Wichtigste gleich vorneweg: Sei dir bewusst, dass niemand das Recht hat, jemanden zu mobben. Es ist deshalb wirklich sehr wichtig, dass du nun etwas an der Situation zu verändern versuchst.
Dass dies für dich eine äusserst schwierige Situation ist, dies ist wirklich sehr gut zu verstehen. Und dennoch wäre es nicht richtig, wenn du dich nun einfach damit abfindest und es als dein Schicksal oder eben als "harte Kindheit" ansiehst.
Niemand hat das Recht jemanden zu mobben. Und wenn man dies dann einfach als gegeben ansieht und nichts unternimmt, dann gibt man den Mobbern das Gefühl, dass das was sie machen ok sei - und dies ist es natürlich nicht.
Ich kann aber gut verstehen, dass du nun nicht recht weisst, welchen Weg es geben könnte. Dass man dies selber "lösen" kann, dies ist sehr schwierig, da du ja auch alleine bist und die anderen zu dritt. Ebenfalls ist es nachvollziehbar, dass man damit nicht gerne zu den Eltern geht und dies einem etwas peinlich ist. Ja, vielleicht hat man auch Angst, gewisse Erwartungen der Eltern nicht zu erfüllen. Dennoch: Vielleicht würden deine Eltern verständnisvoller reagieren als du denkst. Da es wirklich wichtig ist, dass du dir nun Hilfe holst, solltest du auch diese Möglichkeit der Eltern nicht grundsätzlich ausschliessen.
Es wäre deshalb sicherlich sinnvoll, wenn du dich nun an deine Klassenlehrerin wendest - auch wenn du vielleicht in einer ersten Reaktion nun denkst, dass dies doch nichts bringe. Es kann eben schon etwas bringen. Der entscheidende Punkt ist, dass deine Lehrerin das Ausmass dieses Mobbings kennt und erkennt wie du darunter leidest. Wie könntest du ihr dies nun sagen? Du könntest deine Lehrerin fragen, ob sie mal nach dem Unterricht kurz Zeit habe, da du etwas mit ihr besprechen möchtest. Versuche im Gespräch mit deiner Lehrerin dann ganz ehrlich und offen zu sein. Sage ihr, dass es für dich eine ganz schwierige Situation sei und du nicht mehr weisst, was du dagegen unternehmen könntest. Du musst übrigens nicht Angst haben, dass du damit nur alles noch schlimmer machst und du dann als "Petze" dastehst. Denn eine Lehrperson hat die Möglichkeit, ein solches Thema zu "verpacken". Das heisst, sie bespricht bspw. dann mal das Thema "Toleranz und Respekt" mit euch. Die Lehrperson kann dann sagen, dass sie gewisse Dinge in eurer Klasse von sich aus bemerkt hat und die mit euch besprechen will. Dazu muss nicht mal dein Name fallen!
Oder die Lehrperson spricht mit den betreffenden Leuten mal nach dem Unterricht und sagt ihnen, dass ihr gewisse Dinge aufgefallen seien (resp. sie von einer anderen Lehrperson zu hören bekam) und es so nicht weiter gehen könne. Und wenn es dennoch so weitergehe, dass sie dann deren Eltern informieren würde.
Wenn du es übrigens nicht wagst, deine Lehrerin direkt darauf anzusprechen. So schreibe ihr doch einen Brief, den du ihr ganz am Schluss des Unterrichts auf den Tisch legst. Ja, du könntest auch dein Mail an das Tschau ausdrucken und ihr dieses zukommen lassen.
Nochmals: Eine Lehrperson hat am ehesten die Möglichkeit, hier etwas zu ändern. Und wenn sie das Ausmass kennt, dann wird sie eben nicht bloss sagen, "seid ein bisschen lieber mit A.". Nein, sie wird an diesem Thema bleiben und allenfalls auch die Eltern dieser Jungs miteinbeziehen. Wenn du deiner Lehrerin sagst, dass es für dich wichtig sei, dass du nun nicht als "Petze" dastehst, gibt es wie erwähnt auch Möglichkeiten. Sie kann eben zum Beispiel sagen, dass sie nun von verschiedenen Lehrern gehört habe (auch wenn dies nicht stimmt), dass die Person 1, 2 und 3 sich negativ verhalten würden. Und dass sie nicht gewillt sei, dies weiter zu akzeptieren und sich etwas ändern müsse.
Sollte die Reaktion der Lehrerin nicht deinen Vorstellungen entsprechen, dann darfst du dich auch an die Schulleitung wenden. Denn deine Lehrperson wie auch die Schulleitung sind verpflichtet, etwas gegen die momentane Situation zu unternehmen.
Wenn du dieses Thema aber auf keinen Fall mit deiner Lehrerin oder der Schulleitung besprechen möchtest: Hast du gewusst, dass es auch sogenannte Jugendberatungsstellen gibt? Wie es der Name schon sagt, sind diese Stellen da, um Jugendlichen in schwierigen Situation zu helfen. Solche Stellen sind gratis und stehen allen Jugendlichen offen. Sie unterstehen auch der Schweigepflicht - das heisst also, dass das kein Mensch erfahren wird, wenn man sich dort meldet.
Versuche es doch auch so zu sehen: Bei einem solchen Gespräch kann man ja nichts verlieren, sondern nur gewinnen. Wenn du dann findest, die Beratung bringe nichts, dann musst du ja nicht weiter dorthin gehen. Du verpflichtest dich nämlich zu gar nichts. Die entsprechenden Stellen im Kanton Aargau finden sich hier:
http://www.jefb.ch/stellen/index.php
Und unter diesem Link siehst du, dass diese Beratungsstellen genau für solche Probleme da sind, wie du sie beschrieben hast:
http://www.jefb.ch/index.php
Nun wünsche ich dir ganz viel Kraft und hoffe, dass du es wagst, etwas zu unternehmen. So, dass sich die Situation für dich schon bald bessert. Herzlich, dein Tschau |
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